Biofilm und Plaque - Bedingung für eine Gingivitis, Parodontitis (Parodontose) Therapie in Mönchengladbach

Fachbereiche

Parodontologie - Biofilm

Biofilm oder auch Plaque ist ein filzig-weicher, strukturierter, mikrobieller Zahnbelag, welcher sich vermehrt an für die Mundhygiene schwer zugänglichen Punkten ansammelt.

Zahnbeläge entwickeln sich erst mit der Zeit zum etablierten Biofilm. Zunächst lagert sich eine weiße, unstrukturierte Masse (Materia alba) auf den Zahnflächen ab. Der Patient kann diese noch selbst, leicht entfernen.
Werden die Zahnflächen ungenügend gereinigt, entwickelt sich ein strukturierter, zäher Belag, der zu hohen Anteilen aus Bakterien, deren Stoffwechselprodukten, Speichelbestandteilen sowie Nahrungsresten besteht. Zwischen den Zähnen eingeklemmte Essensreste (food impaction) sowie klebrige Reste auf den Zahnflächen (food debris) stellen dabei Retentionsstellen für die Ansammlung des Biofilms dar.

Bakterien im Biofilm
Innerhalb des Biofilms sind die Bakterien vor äußeren Einflüssen geschützt, so dass sie sich rapide vermehren. Schlussendlich besteht der Biofilm aus bis zu 60-80 % dicht gepackten Bakterienzellen. Innerhalb des Biofilms können bis zu 1.000 verschiedene Bakterienstämme vorgefunden werden, die sich hinsichtlich ihres Stoffwechsels und daraus resultierend in ihrer Pathogenität unterscheiden.
Bereits der mehrtägige Verzicht auf Mundhygiene Maßnahmen lässt die Plaque soweit reifen, dass erste Entzündungsreaktionen auftreten können.

Supra- und Subgingival
Zu unterscheiden sind: Supragingivaler (oberhalb des Zahnfleischsaums) und subgingivaler (unterhalb des Zahnfleischsaums, im gingivalen Sulcus befindlicher) Biofilm. Supra- und subgingivaler Plaque unterscheiden sich weiterhin in Ihrer Zusammensetzung. Während sich supragingival vorwiegend aerobe Mikroorganismen ansammeln, findet man im gingivalen Sulcus überwiegend anaerobe Bakterien. An- und Aerobier unterscheiden sich hinsichtlich ihres Sauerstoffbedarfs, um Stoffwechsel betreiben zu können. Anaerobier sind markant stärker parodonto- und kariespathogener als Aerobier.

Zahnstein und Konkremente
Aus etabliertem Biofilm geht durch Anreicherung von Speichelbestandteilen (Mineralien) Zahnstein hervor. Dieser stellt eine weitere Retentionsstelle für Biofilm dar. Zahnstein entspricht demnach verhärtetem Biofilm. Er ist vom Patienten selbst nicht entfernbar. Zahnstein muss durch speziell geschultes Prophylaxe-Personal mittels professioneller Zahnreinigung beseitigt werden. Supragingivaler Zahnstein findet sich vermehrt an den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen, d.h. sowohl an den Innenflächen der unteren Frontzähne als auch an den Außenflächen der ersten oberen Molaren. Im gingivalen Sulcus dagegen findet sich der subgingivale Zahnstein (Konkrement).

Die Entfernung der Konkremente ist durch deren Lage unterhalb des Zahnfleisches erheblich schwieriger als die Beseitigung des supragingivalen Zahnsteins.